Tag 46: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung.

Den gesamten gestrigen Abend hat es durchweg geregnet. Heute sollte es leider nicht besser aussehen. Den ganzen lieben langen Tag sollte es regnen, so prophezeite es der Wetterbericht. Als ich gegen sieben Uhr aufstand und aus dem Fenster schaute war es trocken. Jippi. Das musste ich ausnutzen, um nicht allzu nass zu werden. Daher aß ich geschwind mein Porridge, in welchen ich einen leckeren Apfel schnibbelte, schnell auf und machte mich auf den Weg. Kamala war noch tief und fest am schlafen, als ich mich auf den Weg machte. Es war ja auch Sonntag ?

Von Weingarten nach Ravensburg brauchte ich ca. 1 Stunde. Über einen langen Waldweg waren die beiden Städte miteinander verbunden. Auch in diesem Wald machte sich das Gefühl wieder breit in einem Märchenwald zu sein. Es fehlte nur noch das Knusperhäuschen. Wie gerne hätte ich da mit Herzenslust in ein solches Häuschen hinein gebissen ?

Als ich in Ravensburg ankam war ich überrascht, denn es war Wochenmarkt. Die gesamte Innenstadt stand voller diverse Verkaufsstände. Da ich Wochenmärkte liebe, musste ich mir nun erst einmal alles in Ruhe ansehen und bummelte etwas durch die Stadt. Neben einer Kleinigkeit zum Abendessen mussten die Hygieneartikel auch wieder neu aufgestockt werden. Somit legte ich eine kurze Shopping-Tour ein. Abschließend gönnte ich mir ein leckeres Pfefferbrezel und eine schöne leckere Tasse heißen Kaffe dazu. Es war ja Wochenende und schon bald sollte ich Deutschland abschließen, da durfte es doch bereits eine kleine Belohnung vorweg sein, oder? ?

Gegen zwölf Uhr ging es weiter auf dem Jakobsweg. Als ich Ravensburg verließ fing es langsam an zu Regnen. Ach verdammt, dachte ich. Da es bisher nicht geregnet hatte, hatte ich die Hoffnung, dass es gar nicht mehr regnen würde. Wie es so öfters der Fall war, glücklicherweise. Aber diesmal war das Glück nicht auf meiner Seite. Ich packte meinen Regenponcho aus und warf in über meinen Rucksack und mich. Zur Motivation hörte ich Musik, die aus meinem Handy ertönte und sang laut mit. Zu Beginn war es irgendwie richtig gemütlich unter meinem Poncho und ich genoss das wandern im Regen. Aber nach zwei Stunden schmälerte sich meine Lust. Meine Schuhe waren bereits komplett durchnässt. Sie waren nun doppelt so schwer und zogen mich mit jedem Schritt wie dicke Klumpen wieder auf den Boden zurück. Ich wünschte mir soo sehr einen kleinen Unterschlupf, unter den ich mich einfach mal kurz hin setzten, ausruhen und etwas trocknen konnte. Doch auf dem Weg war bisher nichts zu sehen. Das war auf den vorherigen Wegen anders gewesen. Dort fand man hin und wieder immer mal eine kleine Gelegenheit für eine Pause. Doch kurz bevor der Waldweg enden sollte, erspähte ich endlich einen sehr großen Hochsitz. Sofort kletterte ich hinauf. Wow, war der Hochsitz groß. Hier fanden zwei Leute Platz, genügend für meinen Rucksack und mich. Endlich mal etwas ausruhen. Als ich so da saß, merkte ich wie sich langsam ein kleines Hüngerchen breit machte. Der Regen wurde nicht weniger und so entschied ich mich für eine kleine Lunchpause. Während ich mein Knäckebrot aß beobachtete ich den herunter prasselnden Regen, gezwungenermaßen, denn das Internet war tot. Doch diese Ruhe und einfach nur dort zu sitzen war einfach toll. Einfsch nichts tun und mal nichts denken. Im Laufe der Zeit wurde es jedoch kalt. Um dagegen zu wirken packte ich meinen Schlafsack aus und mummelte mich darin ein. Mir wurde direkt wieder wärmer. So warm, dass ich etwas müde wurde und für eine halbe Stunde wegdöste. Ach war das nett. ?

Der Regen wollte auch nach meiner langen Pause nicht aufhören. Nun gut, es nutzte nichts, es ging weiter durch den Regen. Allerdings hatte der Regen ein wenig nachgelassen. Nach gut eineinhalb Stunden kam ich dann in Brochenzel an. Heute kam ich bei einer älteren Dame privat unter. Frau Zellmeyer hatte unten ihre Wohnung und ich hatte ein ganzes Reich für mich in der ersten Etage. Es gab alles was das Herz begehrte, ein warmes Bett eine heiße Dusche, ganz viel Tee und sogar eine Wärmflasche. Die kam genau richtig nach einer langen Wanderung durch den Regen. Schön gemütlich kuschelte ich mich in mein Bett mit dem Wärmeappart und knipste das erste Mal seid Beginn meiner Wanderung den Fernseher ein. Darauf hatte ich jetzt mal so richtig Lust und ich freute mich sehr darauf. Schön gemütlich im Bett an einem Sonntag bei Regenwetter und dann etwas TV. Einfach herrlich. Als ich den Fernseher anknipste hieß mich der Sandmann willkommen. Ich lachte mich kaputt. War es denn schon so spät um ins Bett zu gehen, fragte ich mich. ?
Als die Gutenachgeschichte vorbei war zappte ich weiter und kam bei meiner Lieingsserie “Sailor Moon” aus, die ich in meiner Kindheit immer gerne geschaut hatte. Ich freute mich, wie ich mich früher stets auf die Serien gefreut hatte. Doch ich war so müde und die Augen wurden immer schwerer, sodass ich langsam ins Land der Träume verschwand und einschlief.

Eine Antwort auf „Tag 46: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung.“

  1. Das war ein Pilgertag der anderen Art!
    Trotzdem erlebnisreich und schön, wenn man wieder trocken und warm ist und darüber schreibt.
    Morgen wünsche ich Dir wieder einen Sonnentag.

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